AST/ALT-Quotient (De-Ritis-Quotient)
ENAST/ALT ratio (De Ritis ratio)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Der AST/ALT-Quotient, auch De-Ritis-Quotient nach Fernando De Ritis, der seine diagnostische Bedeutung in den 1950er-Jahren erstmals beschrieb, ergibt sich aus Aspartat-Aminotransferase (AST) dividiert durch Alanin-Aminotransferase (ALT). Bei hepatozellulären Schäden steigt ALT in der Regel stärker als AST, da sie leberspezifischer ist, woraus ein Quotient unter 1,0 resultiert; bei alkoholischer Lebererkrankung übersteigt der Quotient typischerweise 2,0, was teils auf alkoholbedingte Mitochondrienschäden zurückgeht, die den intrazellulären Pyridoxalphosphat-Pool — der für die ALT-Synthese benötigt wird — bevorzugt erschöpfen, während AST aus geschädigten Mitochondrien überwiegt. Ein Quotient über 1,0 bei erhöhten Transaminasen lässt zudem an Leberzirrhose denken, da regenerative Knoten bevorzugt zytoplasmatische ALT verlieren. Jenseits von Lebererkrankungen kann ein erhöhter AST/ALT-Quotient bei normalen oder gering erhöhten Absolutwerten auch extrahepatische AST-Quellen aus Skelett- oder Herzmuskulatur widerspiegeln. In der bevölkerungsbasierten Langlebigkeitsforschung ist ein dauerhaft erhöhter Quotient >~1,0 ohne akute Erkrankung oder intensive körperliche Belastung mit höherem kardiometabolischen Risiko und Gesamtmortalität assoziiert und sollte zur weiteren Abklärung auf alkoholische Leberschädigung, Steatohepatitis oder eine zugrunde liegende Zirrhose Anlass geben.
