Enterotypen
ENEnterotypes
Enterotypen sind vorgeschlagene diskrete Cluster der intestinalen Mikrobiomzusammensetzung, ursprünglich definiert von Arumugam et al. (2011, Nature; n = 39 Metagenome, sechs Nationalitäten) mittels Jensen-Shannon-Divergenz und PAM-Clustering auf schrotschusssequenzierten Stuhlproben. Drei Cluster wurden beschrieben, jeweils charakterisiert durch ein dominantes Genus: Enterotyp 1 (Bacteroides, Kohlenhydrat- und Proteinstoffwechsel), Enterotyp 2 (Prevotella, Muzindegradation, pflanzenreiche Ernährung), Enterotyp 3 (Ruminococcus/Akkermansia, ebenfalls muzinabbauend). Die Cluster galten als unabhängig von Alter, Geschlecht und Geografie; langfristige Ernährungsmuster — tierisches Fett und Protein mit Bacteroides, Kohlenhydrate mit Prevotella — korrelieren mit der Enterotypzugehörigkeit. Das Konzept wurde rasch angefochten. Knights et al. (2014, Cell Host & Microbe) zeigten, dass die Zuordnung innerhalb von Individuen schwankt und der Kompositionsraum einem Gradienten entspricht. Costea et al. (2018, Nature Microbiology) vermittelten über mehrere große Kohorten: Prevotella-dominierte Gemeinschaften trennen sich konsistent von Bacteroides-dominierten, während intermediäre Gemeinschaften kontinuierlich ineinander übergehen — je nach Methode entstehen zwei bis vier Cluster. Der Alterungsbezug ist indirekt: Zentenariumskohorten zeigen Bacteroides-dominierte Profile ähnlich Jüngeren; Prevotella und Faecalibacterium nehmen bei Hochaltrigen ab. Stand 2026 sind Enterotypen nützliche Stratifizierungsvariablen, aber keine validierten Biomarker des biologischen Alters.
Quellen
- Arumugam M, Raes J, Pelletier E, et al.. (2011). Enterotypes of the human gut microbiome. *Nature*doi:10.1038/nature09944
- Knights D, Ward TL, McKinlay CE, Miller H, Gonzalez A, McDonald D, Knight R. (2014). Rethinking 'Enterotypes'. *Cell Host & Microbe*doi:10.1016/j.chom.2014.09.013
- Costea PI, Hildebrand F, Arumugam M, et al.. (2018). Enterotypes in the landscape of gut microbial community composition. *Nature Microbiology*doi:10.1038/s41564-017-0072-8
