Ferritin
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Ferritin ist ein ubiquitäres intrazelluläres Eisenspeicherprotein, das einen kleinen Anteil in die Blutbahn abgibt; das Serumferritin ist damit der meistgenutzte Biomarker zur Beurteilung der körpereigenen Eisenspeicher. Niedrige Werte (meist <30 µg/l, nach manchen Leitlinien <15 µg/l) zeigen erschöpfte Eisenreserven an, noch bevor eine manifeste Eisenmangelanämie entsteht, und gehen mit Erschöpfung, verminderter körperlicher Leistungsfähigkeit, eingeschränkter kognitiver Funktion und Haarausfall einher. Erhöhtes Ferritin ist dagegen ein starkes positives Akute-Phase-Protein, das bei Entzündung, Infektion, Lebererkrankung, Adipositas und metabolischem Syndrom deutlich ansteigt und die Interpretation erschwert; dauerhaft erhöhte Werte ohne diese Confounder können eine hereditäre Hämochromatose oder sekundäre Eisenüberladung widerspiegeln, die oxidativen Stress, hepatische Fibrose und Kardiomyopathie fördern. Der optimale Ferritinwert für die Gesundheit ist umstritten; viele longevity-orientierte Kliniker streben etwa 70–120 µg/l an, wobei sowohl sehr niedrige als auch sehr hohe Werte weitere Abklärung erfordern.
Quellen
- Wang W, Knovich MA, Coffman LG, Torti FM, Torti SV. (2010). Serum ferritin: Past, present and future. *Biochimica et Biophysica Acta*doi:10.1016/j.bbagen.2010.03.011
- Kim CH, Kim HK, Bae SJ, Park JY, Lee KU. (2011). Association between serum ferritin and the risk of metabolic syndrome in middle-aged Korean men. *Metabolism*doi:10.1016/j.metabol.2010.06.009
- Ferrucci L, Corsi A, Lauretani F, Bandinelli S, Bartali B, Taub DD, Guralnik JM, Longo DL. (2005). The origins of age-related proinflammatory state. *Blood*doi:10.1182/blood-2004-07-2599
