Erblichkeit der Lebensspanne
ENHeritability of lifespan
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Die Erblichkeit der Lebensspanne bezeichnet den Anteil der Varianz im Sterbealter, der auf additive genetische Unterschiede zwischen Individuen in einer definierten Population zurückgeführt werden kann. Klassische Zwillingsstudien schätzten die Erblichkeit im engen Sinne auf rund 20–30 %; großangelegte genomische Analysen und eine Studie in Genetics (Ruby et al., 2018) auf Basis genealogischer Datenbanken deuten auf noch niedrigere Werte hin, sobald eheliche Gattenwahl korrekt berücksichtigt wird — manche Schätzungen liegen für die reine Lebensspanne unter 10 %. Die geringe genetische Determination legt nahe, dass der größte Teil der Longevity-Varianz auf nicht vererbte Faktoren — Lebensstil, Umwelt, stochastische Ereignisse — entfällt und betont das Potenzial veränderbarer Interventionen. Spezifische genetische Varianten wie APOE ε4 und FOXO3A zeigen jedoch replizierte Assoziationen mit außergewöhnlicher Langlebigkeit bzw. Mortalitätsrisiko, auch wenn die individuellen Effektgrößen moderat bleiben.
