PSA (Prostata-spezifisches Antigen)
ENPSA (Prostate-specific antigen)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Das Prostata-spezifische Antigen (PSA) ist eine Serinprotease der Kallikrein-Familie, die fast ausschließlich von Prostaatepithelzellen gebildet wird; es verflüssigt das Samenkoagulum, tritt aber in einem Ausmaß, das dem Grad der Störung der Drüsenarchitektur der Prostata entspricht, in den Blutkreislauf über. Erhöhte PSA-Werte im Serum (häufig ab 4 ng/ml als auffällig gewertet, wobei Grenzwerte je nach Alter und Risikoprofil variieren) können auf Prostatakarzinom, benigne Prostatahyperplasie, Prostatitis oder mechanische Reizung hinweisen; der positive Vorhersagewert für ein Karzinom liegt bei Werten von 4–10 ng/ml bei etwa 20–30 %, wobei Alter, ethnische Herkunft, rektaler Tastbefund und PSA-Dichte diesen Schätzwert erheblich beeinflussen. Abgeleitete Parameter — PSA-Dichte, PSA-Velocität, Verhältnis von freiem zu Gesamt-PSA sowie altersabhängige Normwertbereiche — verbessern die Spezifität und senken die Rate unnötiger Biopsien. PSA-basiertes Screening reduziert in randomisierten Studien die prostatakrebsbedingte Mortalität, erfasst aber auch indolente Tumoren, was eine gemeinsame Entscheidungsfindung über seinen Einsatz als Langlebigkeits-Screening-Instrument bei Männern ab 40–50 Jahren erfordert.
Quellen
- Schröder FH, Hugosson J, Roobol MJ, Tammela TL, Ciatto S, Nelen V, et al.. (2009). Mortality results from a randomized prostate-cancer screening trial (ERSPC). *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa0810084
- Andriole GL, Crawford ED, Grubb RL, Buys SS, Chia D, Church TR, et al.. (2009). Mortality results from a randomized prostate-cancer screening trial. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa0810696
