Ganzkörperkryotherapie
ENWhole-body cryotherapy
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Ganzkörperkryotherapie (GKK) setzt den Körper in einer Stickstoffdampf- oder elektrischen Kryokammer für 2–4 Minuten extrem kalter Luft von typischerweise −100 bis −140°C aus, im Unterschied zur Kaltwasserimmersion (KWI) bei etwa 10–15°C für 10–15 Minuten; beide Modalitäten unterscheiden sich deutlich in Abkühlrate, Gewebekühltiefe und physiologischer Antwort. Diskutierte Mechanismen umfassen eine akute Noradrenalin- und Endorphinausschüttung, transiente antiinflammatorische Zytokinverschiebungen sowie eine sympathoadrenale Aktivierung mit anschließendem parasympathischem Rebound. Ein Cochrane-Review von 2015 (Costello et al., CD010789) zur GKK bei muskulärer Erholung fand unzureichende Evidenz, um zu beurteilen, ob GKK gegenüber passiver Erholung Muskelkater reduziert oder die Regeneration verbessert, und bewertete die Evidenzqualität als niedrig bis sehr niedrig; Belege für immunologische, metabolische oder longevity-spezifische Effekte bei Gesunden sind vorläufig. GKK birgt Risiken für Erfrierungen, Hypoxie durch Stickstoffdampf und kardiovaskulären Stress und ist bei Kälteurtikaria, Morbus Raynaud und schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen kontraindiziert.
