Hämatopoetische Stammzellen (HSZ)
ENHematopoietic stem cells (HSCs)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Hämatopoetische Stammzellen (HSZ) sind seltene, multipotente Vorläuferzellen, die überwiegend im Knochenmark angesiedelt sind und durch asymmetrische Selbsterneuerungsteilungen sowie hierarchische Differenzierung in alle lymphoiden und myeloischen Linien die lebenslange Blutbildung aufrechterhalten. Im Alter nimmt der HSZ-Pool numerisch zu, verliert aber funktionell an Qualität: Gealterte HSZ zeigen eine myeloische Voreingenommenheit auf Kosten der Lymphopoese, verminderte Engraftment-Effizienz, erhöhte DNA-Schäden, veränderte epigenetische Landschaften und mitochondriale Dysfunktion. Klonale Hämatopoese — die altersbedingte Expansion von HSZ-Klonen mit somatischen Mutationen in epigenetischen Regulatoren wie DNMT3A, TET2 und ASXL1 — ist bei mehr als 10 % der über 65-Jährigen nachweisbar und ist mit erhöhtem Risiko für hämatologische Malignome, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gesamtmortalität verbunden, womit die HSZ-Alterung zu einem direkten Treiber systemischen Gesundheitsverlusts wird.
Quellen
- Dykstra B, Olthof S, Schreuder J, Ritsema M, de Haan G. (2011). Clonal analysis reveals multiple functional defects of aged murine hematopoietic stem cells. *Journal of Experimental Medicine*doi:10.1084/jem.20111490
- Jaiswal S, Fontanillas P, Flannick J, et al.. (2014). Somatic mutations and clonal hematopoiesis in elderly patients with aplastic anemia. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa1408617
