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Bildgebung & Diagnostik

Hautbildgebung – Ganzkörperfotografie und Dermatoskopie

ENSkin imaging / total body photography and dermoscopy

Die Dermatoskopie (auch Auflichtmikroskopie) nutzt eine Handlinse mit etwa 10-facher Vergrößerung und polarisiertem oder Immersionslicht, um subepidermale Pigmentmuster und Gefäßstrukturen sichtbar zu machen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Eine Metaanalyse klinischer Studien zeigte, dass die Dermatoskopie die diagnostische Odds Ratio für Melanome gegenüber der Inspektion mit bloßem Auge etwa 9- bis 15-fach verbessert. Die Ganzkörperfotografie (Total Body Photography, TBP) erstellt eine standardisierte Bestandsaufnahme aller pigmentierten Läsionen und unterstützt – kombiniert mit sequenzieller digitaler Dermatoskopie – die Verlaufskontrolle bei Hochrisikopatienten (mehr als 50 atypische Nävi, FAMMM-Syndrom, Z. n. Melanom). KI-gestützte Systeme (FotoFinder, SkinVision, MoleScope) und neuronale Netze erreichen in Studien die Sensitivität von Dermatolog:innen, ihre Leistung im Praxisalltag schwankt jedoch. Das Verfahren ist nicht-invasiv und strahlungsfrei; Grenzen sind die nötige Erfahrung, eine niedrigere Treffsicherheit bei amelanotischen oder akro-lentigen Läsionen sowie der Zielkonflikt zwischen früherer Diagnose und zusätzlichen Biopsien.

Quellen

  1. Vestergaard ME, Macaskill P, Holt PE, Menzies SW. (2008). Dermoscopy compared with naked eye examination for the diagnosis of primary melanoma: a meta-analysis of studies performed in a clinical setting. *British Journal of Dermatology*doi:10.1111/j.1365-2133.2008.08713.x
  2. Dinnes J, Deeks JJ, Chuchu N, et al.. (2018). Dermoscopy, with and without visual inspection, for diagnosing melanoma in adults. *Cochrane Database of Systematic Reviews*doi:10.1002/14651858.CD011902.pub2
  3. Esteva A, Kuprel B, Novoa RA, et al.. (2017). Dermatologist-level classification of skin cancer with deep neural networks. *Nature*doi:10.1038/nature21056