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Bildgebung & Diagnostik

Ganzkörper-MRT-Screening

ENWhole-body MRI screening

Geprüft von

Die Ganzkörper-MRT (WB-MRI) erfasst in einer 45–90-minütigen Untersuchung ohne ionisierende Strahlung Mehrfachstationsaufnahmen von Gehirn, Hals, Thorax, Abdomen und Becken und ermöglicht so die simultane Beurteilung von Weichteilen, Organen und Knochenmark. Der klinische Nutzen ist für spezifische Indikationen belegt — Überwachung hereditärer Tumorsyndrome (Li-Fraumeni, BRCA2) und Staging des multiplen Myeloms —, doch Evidenz für einen Nutzen beim Screening asymptomatischer Allgemeinbevölkerung fehlt; randomisierte Studiendaten, die eine Morbiditäts- oder Mortalitätsreduktion durch kommerzielle Longevity-Screening-Angebote belegen, liegen nicht vor. Inzidentalom-Raten sind hoch: Studien berichten bei 30–50 % asymptomatischer Probanden klinisch bedeutsame oder geringfügige Zufallsbefunde, was das Risiko diagnostischer Kaskaden mit Folgebildgebung, Biopsie und nicht notwendigen Eingriffen birgt. Führende Radiologie- und Onkologiefachgesellschaften empfehlen WB-MRI außerhalb definierter genetischer Hochrisikogruppen nicht für routinemäßiges Präventivscreening.

Quellen

  1. Petralia G, Zugni F, Summers PE, Colombo A, Pricolo P, Grazioli L, Colagrande S, Giovagnoni A, Padhani AR. (2021). Whole-body magnetic resonance imaging (WB-MRI) for cancer screening: recommendations for use. *La Radiologia Medica*doi:10.1007/s11547-021-01392-2
  2. Littlejohns TJ, Holliday J, Gibson LM, et al.. (2020). The UK Biobank imaging enhancement of 100,000 participants: rationale, data collection, management and future directions. *Nature Communications*doi:10.1038/s41467-020-15948-9