Zurück zum Glossar
Zellbiologie

Stammzellnische

ENStem cell niche

Geprüft von

Die Stammzellnische ist die räumlich definierte Mikroumgebung — bestehend aus benachbarten Stromazellen, vaskulären Elementen, extrazellulärer Matrix, löslichen Faktoren und biophysikalischen Signalen wie Steifigkeit und Sauerstoffpartialdruck —, die lokal die Quieszenz, Selbsterneuerung und Differenzierung von Stammzellen reguliert. Bekannte Beispiele sind die endostale und perivaskuläre Nische im Knochenmark für hämatopoetische Stammzellen, die Kryptenbasis im Darm für Lgr5-positive intestinale Stammzellen und die Bulge-Region des Haarfollikels für epidermale Stammzellen. Im Alter nimmt die Nischenintegrität durch EZM-Versteifung, den Verlust stützender Stromazellen, die Anreicherung inflammatorischer Zytokine und den SASP lokaler seneszenter Zellen ab, was die Stammzellfunktion beeinträchtigt — selbst wenn die Stammzellen selbst ihr intrinsisches Selbsterneuerungspotenzial erhalten haben. Diese Unterscheidung ist therapeutisch bedeutsam, da die Wiederherstellung von Nischensignalen alternde Stammzellaktivität teilweise verjüngen kann.

Quellen

  1. Jones DL, Wagers AJ. (2008). No place like home: anatomy and function of the stem cell niche. *Nature Reviews Molecular Cell Biology*doi:10.1038/nrm2319