Kraftanstiegsrate (RFD)
ENRate of force development (RFD)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Die Kraftanstiegsrate (RFD, Rate of Force Development) bezeichnet die Kraftänderung pro Zeiteinheit (N/s) und quantifiziert, wie schnell ein Muskel seine Maximalkraft entfalten kann — eine Schlüsselkomponente muskulärer Leistungsfähigkeit, die über die reine Maximalkraft hinausgeht. Die frühe RFD-Phase (0–50 ms) spiegelt neuronale Aktivierung, Motoreinheitensynchronisation und Typ-II-Faserrekrutierung wider; die späte Phase (100–200 ms) wird stärker von Muskelquerschnitt und Faserzusammensetzung beeinflusst. Die RFD nimmt mit dem Alter rascher ab als die Maximalkraft und ist eng mit Sturzprävention, funktioneller Leistungsfähigkeit und reaktiver Balance verknüpft, da die meisten schützenden Alltagsbewegungen (Stolpern abfangen, Aufstehen vom Stuhl) innerhalb von 100–200 ms ablaufen. Schnellkraft- und plyometrisches Training verbessern die RFD bevorzugt.
Quellen
- Aagaard P, Simonsen EB, Andersen JL, Magnusson SP, Dyhre-Poulsen P. (2002). Increased rate of force development and neural drive of human skeletal muscle following resistance training. *Journal of Applied Physiology*doi:10.1152/japplphysiol.00283.2002
- Maffiuletti NA, Aagaard P, Blazevich AJ, Folland J, Tillin N, Duchateau J. (2016). Rate of force development: physiological and methodological considerations. *European Journal of Applied Physiology*doi:10.1007/s00421-016-3346-6
