Zurück zum Glossar
Kognition & Soziales

Tau (neurofibrilläre Bündel)

ENTau (neurofibrillary tangles)

Geprüft von

Tau ist ein mikrotubuli-assoziiertes Protein, das unter normalen Bedingungen das axonale Zytoskelett durch Bindung an Tubulin stabilisiert; bei der Alzheimer-Erkrankung und anderen Tauopathien wird es hyperphosphoryliert, löst sich von den Mikrotubuli und aggregiert zu gepaarten helikalen Filamenten, die innerhalb von Neuronen unlösliche neurofibrilläre Bündel (NFTs) bilden. Das Braak-Stagingsystem (Stufen I–VI) beschreibt die hierarchische Ausbreitung der NFTs vom entorhinalen Kortex über den Hippocampus bis zum Assoziationsneokortex; dieser Verlauf korreliert enger mit dem kognitiven Schweregrad als die Amyloid-Plaquebelastung. Tau-Akkumulation stört den axonalen Transport, beeinträchtigt die Synapsenfunktion und löst letztlich Neurodegeneration aus, was Tau in aktuellen Modellen, die Amyloid vor- und Tau nachgelagert positionieren, zum primären neurotoxischen Effektor macht. Tau-Biomarker — insbesondere Phospho-Tau 181 und 217 in Liquor und Plasma — sind zentrale diagnostische Zielgrößen im AT(N)-Biomarker-Rahmen.

Quellen

  1. Braak H, Braak E. (1991). Neuropathological stageing of Alzheimer-related changes. *Acta Neuropathologica*doi:10.1007/BF00308809
  2. van Dyck CH, Swanson CJ, Aisen P, et al.. (2023). Lecanemab in Early Alzheimer's Disease (CLARITY-AD). *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa2212948