Effektstärke
ENEffect size
Die Effektstärke misst unabhängig von der Fallzahl, wie groß ein Unterschied oder Zusammenhang ausfällt. Gebräuchliche Formen sind die rohe Mittelwertdifferenz, Cohens d, Korrelationskoeffizienten, Risikoverhältnisse, Odds Ratios und Hazard Ratios. Entscheidend ist die Trennung von der statistischen Signifikanz. Ein p-Wert beantwortet, ob sich ein Effekt angesichts der Daten von null unterscheiden lässt. Die Effektstärke beantwortet, wie groß er ausfällt. Beides ist voneinander unabhängig. Bei 50.000 Teilnehmenden kann ein Unterschied von 0,4 kg Körpergewicht einen p-Wert unter 0,001 erreichen und klinisch bedeutungslos bleiben. Bei 20 Teilnehmenden kann ein realer und großer Effekt die Schwelle von 0,05 klar verfehlen. Signifikanz beschreibt Präzision, nicht Wichtigkeit. Effektstärken gehören zusammen mit einem Konfidenzintervall berichtet, damit Schätzer und Unsicherheit sichtbar werden. Standardisierte Maße tragen Cohens Grenzen 0,2, 0,5 und 0,8, die Konventionen sind und keine klinischen Schwellenwerte. Der umgekehrte Fehler besteht darin, jede große Effektstärke für bedeutsam zu halten. Kleine Studien überschätzen Effekte systematisch, weil nur die größeren Schätzer den Signifikanzfilter passieren und publiziert werden. In der Longevitäts- und Ernährungsforschung fällt der Erstbefund zu einem Supplement oft zwei- bis dreimal größer aus als der spätere gepoolte Schätzer.
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Quellen
- Sullivan GM, Feinn R. (2012). Using effect size, or why the P value is not enough. *Journal of Graduate Medical Education*doi:10.4300/JGME-D-12-00156.1
- Nakagawa S, Cuthill IC. (2007). Effect size, confidence interval and statistical significance: a practical guide for biologists. *Biological Reviews*doi:10.1111/j.1469-185X.2007.00027.x
- Cohen J. (1992). A power primer. *Psychological Bulletin*doi:10.1037/0033-2909.112.1.155
