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Konzepte & Theorien

GRADE

GRADE ist ein System zur Bewertung der Frage, wie sicher ein geschätzter Effekt dem wahren Effekt entspricht. Die Abkürzung steht für Grading of Recommendations, Assessment, Development and Evaluation; der englische Name ist auch im deutschen Sprachgebrauch üblich. Die Evidenz wird je Endpunkt in vier Stufen eingeordnet: hoch, moderat, niedrig und sehr niedrig. Häufig missverstanden wird, dass diese Stufen die Sicherheit beschreiben, nicht die Effektgröße. Eine hohe Sicherheit bei geringem Nutzen bleibt ein geringer Nutzen. Eine sehr niedrige Einstufung bedeutet nicht, dass eine Maßnahme wirkungslos ist, sondern dass die Datenlage keine belastbare Aussage erlaubt. Randomisierte Studien starten bei hoch, Beobachtungsstudien starten bei niedrig. Fünf Domänen können abwerten: Verzerrungsrisiko, Inkonsistenz zwischen Studien, Indirektheit von Population oder Endpunkt, Unpräzision und Publikationsbias. Drei Domänen können Beobachtungsevidenz aufwerten: eine große Effektstärke, ein Dosis-Wirkungs-Gradient und plausibles Confounding, das gegen den beobachteten Effekt wirken würde. Die Bewertung erfolgt endpunktbezogen, sodass eine Übersichtsarbeit für einen Surrogatmarker hohe und für die Mortalität niedrige Sicherheit ausweisen kann. GRADE trennt zudem die Sicherheit der Evidenz von der Stärke einer Empfehlung, in die auch Nutzen, Schaden, Kosten und Präferenzen einfließen. In der Ernährungsforschung liegt der Großteil der Evidenz bei niedrig oder sehr niedrig.

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Diese Definition dient der Aufklärung und ist keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprich bei gesundheitlichen Fragen mit einer Ärztin oder einem Arzt. Vollständigen Haftungsausschluss lesen