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Selbstzahler-Longevity in Deutschland

Was die Kasse zahlt, was aus deiner Tasche kommt und was das Geld wirklich wert ist

Erstellt von Maurice Lichtenberg, Gründer, Longevity Cities

Aktualisiert am · 9 Min. Lesezeit

Diese Inhalte dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Ernährung, deinem Trainingsprogramm oder deiner Nahrungsergänzung vornimmst.

Was zahlt die gesetzliche Kasse (GKV) wirklich?

Kurz gesagt: nur das Basis-Screening. Deine Kasse zahlt Vorsorge und Früherkennung. Ein paar dieser Checks helfen auch beim Thema Longevity. Die meisten nicht.

Teilen wir es auf: was du bekommst, was bei klarer Indikation drin ist, und was du selbst zahlst.

Reguläre Vorsorge:

  • Gesundheitsuntersuchung ab 35, alle 3 Jahre: Anamnese, Blutdruck, Basis-Bluttests, Urin
  • Hautkrebs-Screening ab 35, alle 2 Jahre
  • Darmkrebs-Früherkennung: iFOBT-Stuhltest jährlich von 50 bis 54, ab 55 alle 2 Jahre, oder Früherkennungs-Koloskopie ab 50. Seit dem 1. April 2025 haben Männer und Frauen den gleichen Anspruch, so hat es der Gemeinsame Bundesausschuss Anfang 2025 beschlossen [1].
  • Brustkrebs-Screening: Mammographie alle 2 Jahre, von 50 bis 75. Die Obergrenze stieg von 69 auf 75, die 70- bis 75-Jährigen sind seit 1. Juli 2024 dabei. Seit 5. März 2026 ist außerdem die rechtliche Voraussetzung für eine Mammographie bei Frauen von 45 bis 49 geschaffen, durch eine Änderung der Brustkrebs-Früherkennungs-Verordnung von Anfang 2026 [8]. Ob die Kasse diese Gruppe der 45- bis 49-Jährigen dann auch wirklich zahlt, ist eine andere Frage. Das entscheidet der G-BA voraussichtlich im Oktober 2026.
  • Gebärmutterhals-Screening
  • Prostata-Tastuntersuchung ab 45
  • Impfungen nach STIKO

Medikamente, die du bei klarem Grund bekommst:

  • Blutdrucksenker bei bestätigter Hypertonie
  • Statine bei Risiko fürs Herz-Kreislauf-System (also Herz und Gefäße)
  • Metformin bei Typ-2-Diabetes
  • HRT (Hormontherapie), wenn die Menopause es verlangt
  • GLP-1-Agonisten bei Diabetes

Was die GKV NICHT abdeckt:

  • Erweiterte Bluttests (ApoB, Lp(a), hsCRP, Omega-3-Index, ausführliche Hormon-Panels, Mikrobiom)
  • Biologische oder epigenetische Alterstests (die lesen die chemischen Marker auf deiner DNA aus, die sich mit dem Alter verschieben)
  • Ganzkörper-MRT als Routine-Screening
  • Koronar-Calcium-Score
  • VO2max-Tests außerhalb einer Kardiologie-Indikation
  • DEXA-Messung (außer bei Osteoporose-Verdacht)
  • CGM (Glukose-Dauermessung) ohne Diabetes
  • GLP-1 bei Adipositas ohne Diabetes (meist nicht)
  • Longevity-Sprechstunden in Privatpraxen
  • IV-Therapien

Was kostet Longevity-Diagnostik 2026 wirklich?

Rechne 2026 mit grob 150 bis 450 € für ein großes Longevity-Blutbild, 50 bis 150 € für eine DEXA-Messung, 150 bis 300 € für einen Koronar-Calcium-Score und 800 bis 2.500 € für ein Ganzkörper-MRT. Die günstige Diagnostik hat die beste Evidenz, die teure Bildgebung die schwächste.

Hier sind echte Richtpreise aus deutschen Groß- und Mittelstädten. Die Spannen sind mit Absicht breit. Das untere Ende ist ein günstiges Labor, das obere eine Premium-Privatpraxis, für genau denselben Test.

Erweiterte Labordiagnostik:

  • Großes Longevity-Blutbild (30 bis 60 Parameter): 150 bis 450 €
  • ApoB, Lp(a): 25 bis 80 €
  • Ausführliches Hormon-Panel: 150 bis 300 €
  • Omega-3-Index: 40 bis 80 €
  • Mikrobiom-Analyse: 250 bis 500 €
  • Epigenetischer Alterstest: 250 bis 500 €
  • Schwermetalltest: 100 bis 250 €

Bildgebung:

  • DEXA-Messung: 50 bis 150 €
  • Koronar-Calcium-Score (ein Agatston-CT-Screening): 150 bis 300 €. Eins solltest du wissen: Der G-BA hat die CT-Koronarangiographie (CCTA) Anfang 2024 in den GKV-Katalog aufgenommen, seit 1. Januar 2025 zahlt die Kasse sie. Aber nur, wenn du stabile Brustschmerzen hast und der Verdacht auf eine KHK (koronare Herzkrankheit) besteht. Das reine Agatston-Screening, das du einfach zur Kontrolle buchst, bleibt Selbstzahler (eine IGeL-Leistung).
  • Karotis-Intima-Media-Messung: 70 bis 180 €
  • Ganzkörper-MRT: 800 bis 2.500 €
  • Kardio-MRT: 400 bis 800 €

Funktionsdiagnostik:

  • Spiroergometrie (der Belastungstest mit Atemmaske auf Laufband oder Fahrradergometer, misst VO2max direkt): 150 bis 300 €
  • Ruhe-EKG und Belastungs-EKG: 50 bis 150 €

Interventionen:

  • IV-Vitamin-Therapie: 60 bis 250 € pro Sitzung
  • NAD+-Infusionen: 200 bis 500 € pro Sitzung
  • IHHT: 30 bis 80 € pro Sitzung
  • Kryotherapie-Kammer: 20 bis 50 € pro Sitzung
  • Hyperbare Sauerstofftherapie: 100 bis 300 € pro Sitzung

Beratung:

  • Longevity-Privatpraxis Erstgespräch: 200 bis 500 €
  • Folgetermine: 100 bis 300 €
  • Heilpraktiker-Erstanamnese: 80 bis 200 €

Online-Services:

  • Abo mit Blutbild und Coaching: 50 bis 200 € pro Monat
  • Wearable-basierte Programme: 20 bis 100 € pro Monat

Lohnt sich PKV oder Zusatzversicherung für Longevity?

Kurze Antwort: für Longevity allein meistens nicht. Hier die längere.

Private Krankenversicherung (PKV): Die Verträge unterscheiden sich stark. Viele decken spürbar mehr Longevity-Kram ab:

  • Erweiterte Labordiagnostik auf ärztliche Verordnung
  • Nichtärztliche Leistungen (Heilpraktiker, also der nichtärztliche Behandler) in begrenztem Umfang
  • Längere Vorsorgetermine
  • Einige bildgebende Verfahren auch ohne konkrete Indikation

Trotzdem lohnt sich die PKV meist nicht allein wegen Longevity. Streck die Mehrkosten über ein paar Jahrzehnte, und sie kosten dich am Ende mehr, als der Longevity-Nutzen wert ist.

Du bist in der GKV und willst etwas dazupacken? Dann gibt es drei Optionen:

  • Ambulante Zusatzversicherung: deckt oft Heilpraktiker und erweiterte Vorsorge
  • Heilpraktiker-Zusatzversicherung: speziell für Heilpraktikerleistungen
  • Vorsorge-Zusatzversicherung: erweiterte GKV-Vorsorge

Typische Prämien: 10 bis 50 € pro Monat. Zurück bekommst du meist 70 bis 80% bis zu einem Jahreshöchstbetrag (etwa 1.000 €).

Ein Tipp vor der Unterschrift: lies das Kleingedruckte. Achte auf Wartezeiten, Höchstbeträge und welche Methoden konkret drin sind. Genau das übersehen die meisten.

Wie baust du eine sinnvolle Selbstzahler-Strategie?

Für die meisten ist die beste Mischung ein jährliches erweitertes Blutbild plus Wearable, eine DEXA-Messung und ein VO2max-Test, dazu ab und zu eine Longevity-Sprechstunde: grob 700 bis 1.200 € pro Jahr. Das Ganzkörper-MRT sparst du dir als Routine, außer du gehörst wirklich zur Hochrisiko-Gruppe, und jede Leistung prüfst du vorher gegen die Evidenz.

Bevor du irgendwas bezahlst, mach eins: schau es beim IGeL-Monitor nach. Den Dienst betreibt der Medizinische Dienst Bund, und auf igel-monitor.de findest du unabhängige Nutzen-Schaden-Bewertungen für Selbstzahler-Leistungen [3]. Stand Mitte 2026 sind rund 60 davon komplett bewertet (0 positiv, 3 tendenziell positiv, etwa 31 tendenziell negativ oder negativ, rund 26 unklar), ein paar weitere stecken noch in Bearbeitung. Die Aufteilung verschiebt sich, schau also in der IGeL-A-Z-Liste nach, bevor du eine Zahl nennst.

Kurz zu den teuren Brocken. Das Ganzkörper-MRT als Vorsorge-Screening steht gar nicht erst im IGeL-Monitor-Katalog. Am nächsten kommen zwei Einträge: „MRT der Brust zur Krebsfrüherkennung" (seit der Neubewertung im Juni 2025 als „unklar" eingestuft) und „MRT zur Früherkennung einer Alzheimer-Demenz" („tendenziell negativ"). ACR und europäische Radiologie-Fachgesellschaften sagen alle dasselbe: es gibt keine belastbare Evidenz, dass Ganzkörper-MRT-Screenings die Sterblichkeit bei gesunden Menschen senken.

Noch ein paar, nach denen oft gefragt wird. HBOT bei Long-COVID ist als „unklar" bewertet. NAD+-IV, Myers-Cocktail und hochdosiertes Vitamin-C-IV außerhalb der Onkologie stehen gar nicht im Katalog. Die kritischen Einschätzungen dazu kommen aus der GWUP- und Skeptiker-Literatur, nicht vom IGeL-Monitor. Prüf die konkrete Leistung also dort, bevor du deine Karte zückst.

Und jetzt das, weswegen du hier bist. Diese Hierarchie passt für die meisten Menschen:

Stufe 1. Basis (kostenlos oder schon in der GKV enthalten):

  • Reguläre GKV-Vorsorge wahrnehmen
  • Kein Rauchen, wenig Alkohol
  • Täglich Bewegung, 2 bis 3x Krafttraining
  • 7 bis 8 Stunden Schlaf

Stufe 2. Kleiner Aufwand, hoher Nutzen (200 bis 500 € pro Jahr):

  • Einmal jährlich erweitertes Blutbild (inkl. ApoB, Lp(a), hsCRP, HbA1c, Nüchterninsulin, Vitamin D, B12, Ferritin)
  • DEXA alle 2 bis 3 Jahre
  • VO2max-Test einmal jährlich
  • Wearable (Whoop, Oura, Garmin)

Stufe 3. Mittlerer Aufwand (500 bis 1.500 € pro Jahr):

  • Jährliche Longevity-Privatpraxis-Sprechstunde
  • Koronar-Calcium-Score (alle 5 Jahre bei normalem Ergebnis)
  • Epigenetischer Alterstest alle 2 bis 3 Jahre
  • IV-Vitamintherapien bei klaren Mangelsymptomen

Stufe 4. Hoher Aufwand (ab 1.500 € pro Jahr):

  • Ganzkörper-MRT nur bei Risiko-Stratifizierung (siehe unten), nicht als Routine
  • Fortlaufendes CGM ohne Diabetes
  • NAD+-Infusions-Programme
  • Off-Label-Medikamente (siehe Rapamycin-Ratgeber)

Für die meisten reicht Stufe 1 plus Stufe 2, und ab und zu Stufe 3. Kosten: 300 bis 800 € pro Jahr plus 20 bis 30 € pro Monat fürs Wearable. Macht rund 700 bis 1.200 € pro Jahr.

Master-DACH-Entscheidungstabelle nach Jahresbudget

Noch eine Sicht: nach dem, was im Geldbeutel ist. Sie zeigt dir, wohin der nächste Euro fließt. Funktioniert für Deutschland, Österreich und die Schweiz (die lokale Bezeichnung für die Vorsorge einfach anpassen).

0 € / Jahr:

  • GKV-Vorsorge (Deutschland, ab 35 alle 3 Jahre); österreichische Vorsorgeuntersuchung (kostenlos jährlich). Die Schweizer LAMal kennt keine vergleichbare kostenlose jährliche Routine-Vorsorge, die Grundversicherung deckt nur medizinisch indizierte Hausarztbesuche nach Franchise/Selbstbehalt
  • Sit-Rise-Test: vom Boden aufstehen, ohne die Hände zu benutzen. Klingt albern, sagt aber erstaunlich gut voraus, wie lange du lebst [7]
  • Handkraft-Selbsttest (Hand-Dynamometer ca. 40 € einmalig, oder einfacher Quetsch-Test)
  • Rockport-Gehtest: zügiger 1-Meilen-Gang zur VO2-max-Schätzung

200 € / Jahr:

  • Erweitertes Blutbild als IGeL (ApoB, Lp(a), hsCRP, Nüchterninsulin, HbA1c): ca. 150 €
  • Omega-3-Index-Heimtest (getrockneter Blutstropfen): ca. 45 €
  • Rest: Basis-Vitamin-D-Testung oder gezielte Supplements

500 € / Jahr:

  • Alles aus der 200-€-Stufe, plus:
  • DEXA-Scan: ca. 50 bis 120 €
  • VO2-max-Test in einer sportmedizinischen Praxis: ca. 100 bis 200 €
  • Polar H10 Brustgurt + HRV4Training: ca. 100 € einmalig
  • Basis-Supplements bei dokumentiertem Bedarf (Vitamin D, Omega-3, Creatine)

1.500 € / Jahr:

  • Alles aus der 500-€-Stufe, plus:
  • Jährlicher epigenetischer Alterstest: TruDiagnostic TruAge Complete (ca. 500 € plus EU-Einfuhr-USt.) ODER GlycanAge (ca. 300 €, Labor in Zagreb, Kroatien, EU-interner Versand)
  • Ein Longevity-Arztbesuch (Arzt mit Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren oder Ernährungsmedizin oder mit Fortbildung Präventionsmedizin): ca. 300 €

Ab 3.000 € / Jahr:

  • Alles aus der 1.500-€-Stufe, plus:
  • Ganzkörper-MRT, wenn medizinisch indiziert (siehe Risiko-Stratifizierung unten)
  • NAD+-IV, falls gewünscht
  • Ausführliche Longevity-Privatpraxis-Mitgliedschaft (Quartalsbesuche, Labore inklusive)

Zusatzversicherung Schnellübersicht (Deutschland, typische Leistungen Stand 2026)

Sieh das als grobe Orientierung, nicht als Zusage. Vor Abschluss prüfst du immer den konkreten Tarif.

  • Hallesche Naturheilkunde-Zusatztarife (z. B. NaturPRIVAT): ca. 20 bis 40 €/Monat, deckt Heilpraktiker und einige IGeL-Leistungen, Jahresdeckel ca. 1.000 bis 1.500 €. Eine Sache zur Einordnung: NK.Bonus ist eine Krankenvollversicherung (eine komplette PKV), kein Zusatztarif. Andere Produktklasse, und ohnehin aktuell für neue Kundinnen und Kunden geschlossen. Die offene PKV-Vollversicherungslinie von Hallesche heißt NK.select S/L/XL mit Tarifwechseloption NK.select FLEX.
  • Münchener Verein Kompakt: ca. 15 bis 30 €/Monat, Heilpraktiker-Fokus, Deckel ca. 1.000 €
  • Barmenia ambulante Zusatztarife: ca. 10 bis 25 €/Monat, Basis-IGeL-Ergänzung, Deckel ca. 500 bis 1.200 €

Schau dir vor der Unterschrift drei Dinge an: die Wartezeiten (oft 3 bis 8 Monate), die ausgeschlossenen Methoden (Bioresonanz fliegt häufig raus) und welche Labore im Netz sind.

Arzt-Weg

Du willst neben der Lifestyle-Beratung auch Rezepte (Rapamycin off-label, HRT, GLP-1 auf Indikation), und das aus einer Hand? Dann lass den Heilpraktiker-Weg. Geh direkt zu einem Arzt mit Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren oder Ernährungsmedizin. Pass bei den Bezeichnungen auf: Präventivmedizin ist nur eine curriculare Fortbildung (ein Kurs, den man absolviert), keine echte Zusatzbezeichnung. Wie du über die Ärztekammer oder arzt-auskunft.de suchst und wie ein typischer Erstbesuch abläuft, steht im Heilpraktiker-Longevity-Ratgeber.

Ganzkörper-MRT: risikostratifizierte Regel

Vergiss den pauschalen Satz „Ganzkörper-MRT lohnt sich für Niedrigrisiko-Patienten selten". Entscheide lieber so, und der Ganzkörper-MRT-Vorsorge-Ratgeber geht tiefer auf die Abwägung ein.

Zieh ein Ganzkörper-MRT in Erwägung, wenn auch nur eines davon auf dich zutrifft:

  • Li-Fraumeni-Syndrom (eine TP53-Keimbahnträgerschaft): ein jährliches Ganzkörper-MRT ist Teil des Toronto-Protokolls [4]
  • Eine starke familiäre Krebsanamnese: 2+ Verwandte 1. Grades mit Krebs vor 55
  • Frühere neurologische Symptome, die eine Bildgebung klinisch rechtfertigen

BRCA1/2-Trägerinnen brauchen kein Ganzkörper-MRT als Standard-Surveillance. Richtig ist laut NCCN-HBOC-Leitlinie und der deutschen S3-Leitlinie Mammakarzinom ein jährliches Mamma-MRT (mit Mammographie ab Alter 30) plus risikoreduzierende Maßnahmen fürs Ovarialkarzinom [5, 6].

Für alle anderen kommt der Haken: Ist dein Risiko wirklich niedrig, sind falsch positive Befunde häufig. Und ein Fehlalarm heißt Angst, Folgeuntersuchungen und manchmal einen Eingriff, den du nie gebraucht hättest. Bei wirklich niedrigem Risiko überwiegt dieser Schaden den Nutzen meist. Ein fokussierter Koronar-Calcium-Score plus DEXA liefern dir pro ausgegebenem Euro deutlich mehr brauchbare Evidenz.

Häufig gestellte Fragen

Zahlt meine Krankenkasse einen biologischen Alterstest?

Nein, echte epigenetische Alterstests (die lesen die DNA-Methylierung aus, also die chemischen Marker auf deiner DNA) zahlst du fast immer selbst. Eine eigene GOÄ-Ziffer für einen „biologischen Alterstest" gibt es nicht. Deshalb zahlt die PKV nur in seltenen Einzelfällen: nämlich dann, wenn eine Ärztin einzelne Marker über Standard-Laborziffern abrechnet und eine klare medizinische Notwendigkeit zeigen kann. Ein paar Premium-Zusatztarife haben den Test im Paket. Mehr dazu im [Biologischer-Alterstest-Ratgeber](./biologischer-alterstest-krankenkasse).

Was sind die sinnvollsten Selbstzahler-Investitionen?

Das meiste fürs Geld bekommst du hier: einmal jährlich ein erweitertes Blutbild (150 bis 450 €), DEXA alle 2 bis 3 Jahre (50 bis 150 €), ein VO2max-Test einmal jährlich (100 bis 250 €) und ein Wearable. Ein Ganzkörper-MRT lohnt sich nur, wenn dein Risiko wirklich hoch ist: BRCA1/2-Trägerinnen, Li-Fraumeni-Syndrom, eine starke familiäre Krebsanamnese mit 2+ Verwandten 1. Grades vor 55, oder frühere neurologische Symptome, die eine Bildgebung klinisch rechtfertigen. Sonst überwiegt die Falsch-Positiv-Rate den Nutzen.

Lohnt sich PKV nur für Longevity?

In der Regel nein. Über ein paar Jahrzehnte kostet dich die PKV mit ihren Mehrkosten meist mehr, als der Longevity-Nutzen wert ist. Wenn du ohnehin aus anderen Gründen PKV-berechtigt bist, dann schau dir konkret die Longevity-Leistungen im Tarif an.

Zahlt die Kasse Ozempic oder Wegovy für Longevity?

Bei Typ-2-Diabetes: ja (Ozempic ist je nach Indikation erstattungsfähig). Für reine Adipositas, egal bei welchem BMI: nein. Zur Gewichtsregulation gilt Wegovy nach AM-RL Anlage II als Lifestyle-Arzneimittel und ist damit von der GKV-Erstattung ausgeschlossen [2]. Eine Ausnahme deutet der G-BA in seiner Begründung vom 21. März 2024 an: Die Anwendung zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse, bei Erwachsenen mit etablierter Herz-Kreislauf-Erkrankung plus Übergewicht oder Adipositas, fällt vielleicht nicht unter diesen Ausschluss. Außerhalb dieser engen Indikation zahlt die GKV nicht. Bei privaten Versicherungen sind die Bedingungen verschieden. Mehr dazu im [GLP-1-Ratgeber](./glp1-longevity).

Gibt es eine gute Heilpraktiker-Zusatzversicherung?

Ja. Anbieter wie Hallesche, Münchener Verein und Barmenia haben Tarife. Die Prämien liegen bei 10 bis 50 € pro Monat, und zurück bekommst du typisch 70 bis 80% bis 1.000 bis 2.500 € pro Jahr. Prüf nur vorher die Wartezeiten und die abgedeckten Methoden.

Quellen

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss. (2025). G-BA Beschluss zur Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (Vorsorge-Koloskopie ab 50, geschlechtsneutral)
  2. Bundesministerium der Justiz. (2024). §34 SGB V, Lifestyle-Arzneimittel-Ausschluss (AM-RL Anlage II)
  3. Medizinischer Dienst Bund. (2025). IGeL-Monitor, Bewertung von Selbstzahlerleistungen
  4. Villani A, Shore A, Wasserman JD, et al.. (2016). Biochemical and imaging surveillance in germline TP53 mutation carriers with Li-Fraumeni syndrome (Toronto Protocol). Lancet Oncologydoi:10.1016/S1470-2045(16)30249-2
  5. National Comprehensive Cancer Network. (2024). NCCN Guidelines: Genetic/Familial High-Risk Assessment, Breast, Ovarian, and Pancreatic
  6. AWMF / Deutsche Krebsgesellschaft. (2025). S3-Leitlinie Mammakarzinom (Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge), Version 5.0, AWMF 032-045OL
  7. de Brito LBB, Ricardo DR, de Araújo DSMS, et al.. (2012). Ability to sit and rise from the floor as a predictor of all-cause mortality. European Journal of Preventive Cardiologydoi:10.1177/2047487312471759
  8. Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). (2026). Zweite Verordnung zur Änderung der Brustkrebs-Früherkennungs-Verordnung (BGBl. 2026 I Nr. 53; ausgefertigt 27. Februar 2026, verkündet 4. März 2026, in Kraft 5. März 2026)

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